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Von der Historie – bis zur Gegenwart
Mehr dazu finden Sie in unserer Vereinschronik        – Vereinschronik –

 
Die von der heutigen Kleingartenanlage am Schlosspark Pillnitz genutzte Fläche wird seit 1919 kleingärtnerisch genutzt, also seit über 100 Jahren.

Am 25.03.1938 wurde der Kleingärtnerverein „Pillnitzer Gartenfreunde“ im Gasthof „Goldener Löwe“ gegründet. 1939 wurde nach einem Plan der Pillnitzer Gartenbauanstalt die Anlage erschaffen (besteht heute aus 45 Parzellen verschiedener Größe).
Im Jahre 2018 hatte der Kleingärtnerverein „Pillnitzer Gartenfreunde e.V.“ sein 80-jähriges Bestehen.

Schon über mehrere Kleingärtner-Generationen bewirtschaftet, sind die 45 Parzellen dieser recht kleinen Anlage auch heute gepflegt und vermitteln bewußt noch vieles von den Ideen der Gründer, sei es beispielsweise die offene Gestaltung der Parzellen ohne abgrenzende Zäune zum Nachbarn oder die Verwendung eines weitgehend einheitli­chen Gartenlaubentyps nach dem Vorbild der Gründer. Diese offene Gestaltung der Anlage bewahrt einen freien Blick auf die Natur und macht es fast unbewußt leichter und selbstverständ­lich, das Gespräch mit den Nachbarn zu führen, den Austausch zu allen Gegebenheiten zu pflegen und hilfreich miteinander umzugehen.
Der angrenzende Schlosspark mit Kamelie und Palmenhaus, das Schloss Pillnitz, der nahe Elbhang mit Keppgrund, Friedrichsgrund und Leitenweg und die benachbarte Elbe komplet­tieren die sehr schöne Lage. Es lohnt immer, auch einmal bei einem Spaziergang oder auch einer ausgedehn­teren Wanderung diese zu jeder Jahreszeit schöne Umgebung zu erleben!
 


 
Welche Anforderungen stehen für die Kleingartenanlage in Pillnitz
…und wie wurden sie beim Aufbau und auch späterhin umgesetzt:
(auszugsweise aus der Chronik, Abschnitt 3 entnommen)

Eine ausreichende Parzellengröße
Die damalige Forderung an neue Projekte, Kleingärten mit mindestens 300 qm zu schaffen, wurde erfüllt. Die Parzellen entlang des Schlossparks haben als Ausgleich für die Beschattung durch Parkbäume sogar eine Größe zwischen 400 bis 500qm.

Breite Anlagenwege
Die Hauptwege können mit einer Breite von 250 cm bei Bedarf leichte Transportfahrzeuge und Baumaschinen aufnehmen, was bei gelegentlichen Anlieferungen und Baumaßnahmen vorteilhaft ist. Bei Begehungen durch Gartenfreunde und ihren Gästen entsteht ein Gefühl für eine angenehme Weite.

Stilvolle Abgrenzungen gegenüber dem Umfeld, möglichst mit Bepflanzung
In den 50-ziger Jahren wurden längs der Orangeriestraße, der Leonardo–da-Vinci–Straße und längs des Weges am Schlosspark, Hecken angepflanzt. die heute noch, mit Ausnahme an der Orangeriestraße, existieren. Von den Einfriedungen konnten nur die Tore an den Hauptwegen gebaut werden. Erst ab 1983 erfolgte eine Einzäunung der ganzen Anlage.

Möglichst einheitliche Abgrenzungen gegenüber den Anlagenwegen und den Nachbarn
Es war anfangs geplant, zwischen den Hauptwegen und den Gärten niedrige Hecken anzupflanzen. Die für die Bepflanzung vorgesehenen Geländestreifen gehörten nicht zu den Gärten. Der Plan ließ sich während der Aufbauzeit wegen Material- und Arbeitszeitmangel nicht realisieren. Da großer Bedarf an Anbaufläche bestand, wurden die Streifen von den Anliegern mit jeweils vom Vorstand bestimmter Gemüseart bebaut. Dieser Zustand wurde erst in den fünfziger Jahren beendet. Es wurde festgelegt, dass an den Wegekanten Steingartengewächse, dahinter Rosen und als optische Abgrenzung Beerengehölze anzupflanzen sind. Diesen Zustand kann man auf der Mehrzahl der Parzellen, besonders im Frühjahr, deutlich erkennen. Er ist Ausdruck für das Besondere der Anlage und wird von vielen Besuchern bewundert.

Ein Rahmen für die Ausführung und Größe der Lauben
Die Größe und Gestaltung der Lauben war durch die zustimmende Behörde vorgegeben, die Herstellung der Lauben wurde vom Verein in Pillnitz organisiert. Vorgegeben waren eine Grundfläche von 3m x 3m und ein Spitzdach. Die kleinen „Pillnitzer Lauben“ sollten möglichst wenig gegenüber dem Schlossgarten und der Maillebahn auffallen. Insgesamt 22 Originallauben konnten noch während des Krieges aufgestellt werden, die zum großen Teil bis heute erhalten sind. Sie sind Ausdruck guter Handwerksarbeit und haben einen besonderen Scharm. Leider sind spätere Anbauten nicht immer mit der nötigen Sensibilität erfolgt. Fast alle Lauben erhielten eine Unterteilung in Aufenthalts-, Werkzeug-, Toilettenraum. Damit waren die Pillnitzer Lauben mehr als Werkzeugschuppen. Sie genügen bei guter innerer Ausstattung auch der Erholungsfunktion. In einzelnen Fällen waren Lauben wie Campingwagen eingerichtet und ermöglichten gelegentliche Übernachtungen.
Nach der politischen Wende 1989 verbesserten sich die Möglichkeiten bei der Auswahl und Beschaffung von Fertigteil-Gartenlauben. Da neben dem Spitzdach bereits doppelseitige Flachdächer vorhanden waren, entschied der Vorstand sich für diese Form. Die neue sächsische Bauordnung übertrug den Verpächtern und den Vereinsvorständen, bei Beachtung der Nachbarschaftsrechte, weitgehend die Bauentscheidungen. Wenn es notwendig erscheint, die heute mehr als 80- jährigen Pillnitzer Lauben zu ersetzen, kann auf ein reiches Angebot von Fertigteillauben zugegriffen werden.
Wenn die Zeitläufe eine gewisse Vielfalt bei der Laubenform gebracht haben, sollte auch in Zukunft darauf geachtet werden, dass diese Vielfalt eine gewisse Harmonie ergibt und sich unauffällig in die sensible Umgebung einfügt. Wünschenswert ist, dass die „Pillnitzer Laube“ möglichst lange das Bild mitbestimmt, was für die Eigentümer eine kleine „denkmalpflegerische“ Herausforderung darstellt.

Gewisse einheitliche Aufteilung der Parzellen und Bepflanzungsordnung
Das Grundschema für die Gestaltung geht immer von zwei Gärten aus, die durch einen gemeinsamen Nebenweg erschlossen werden. Am Ende des Weges ist jeweils der Zugang zu den Lauben. Jeder Garten hat am Hauptweg einen runden Wasserbehälter, heute mit Anschluss an die vereinseigene Brauchwasseranlage. Zur Regulierung der Beschattung ist festgelegt, dass der rechte Garten an der rechten Seite die Obstgehölze anbaut. In der Nähe der Laube darf ein Schattenbaum stehen. Etwa die halbe Gartenbreite auf der linken Gartenhälfte ist für den Gemüseanbau vorgesehen. Für Zierpflanzen sind die Streifen an den Haupt- und Nebenwegen und im Bereich vor der Laube bestimmt. Die Sitzflächen sollten immer an der Seite sein, wo die Obstbäume Schatten und Sichtschutz zum Hauptweg gewähren. Die andere Laubenseite war für die Anlage von Komposthaufen vorgesehen. Dieses Schema kann man auch heute noch an vielen Gärten erkennen. Die Gestaltung des linken Gartens ist spiegelbildlich. Also das Obst steht ganz links.

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