Vorwort des Verfassers

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Horst Henke, Verfasser der Chronik (1929-2008)  

Horst Henke, Verfasser der Chronik
(1929 – 2008)

Mehr als 20 Jahre war ich im Auftrage der Pillnitzer Kleingärtner als ihr Vorsitzender tätig. Neben dem Tagesgeschäft eines Verantwortlichen für vieles, was sich im Verein abspielt, entstehen Überlegungen darüber, was vorher war und was einmal werden soll. Jubiläen sind überall der Anlass, Entwicklungen nachzugehen und sie zu beschreiben. Dazu muss man rechtzeitig anfangen, um zum jeweiligen Termin gegenüber den Mitgliedern und einer weiteren Öffentlichkeit etwas vorweisen zu können.
Für die Pillnitzer Kleingärtner reifen zwei Jubiläen heran:

  1. Im Jahre 2008 besteht der Kleingärtnerverein in Pillnitz, am 23. März 1938 gegründet, 70 Jahre.
  2. Die von der heutigen Kleingartenanlage am Schlosspark genutzte Fläche wird seit 1919 kleingärtnerisch genutzt, also seit fast 90 Jahren.

Schon während meiner Amtszeit fanden die Jubiläen 1988 zum 50-jährigen und 1998 zum 60- jährigen Bestehen Beachtung.
Im Jahr 1988 wurden 3 Artikel, jeweils 16 A4 Seiten umfassend, an der Vereinstafel veröffentlicht:

  • Die Gründung des Kleingärtnervereins Pillnitz
  • Die Pillnitzer Musteranlage
  • Der große Pillnitzer Plan (Freizeitzentrum Pillnitz 1970/71)

Im Jahr 1998 wurde an das Jubiläum der Vereinsgründung während der Jahreshauptversammlung am 18. April in der Gaststätte Oberer Gasthof Niederpoyritz erinnert. In den Ausführungen des Vorsitzenden fanden Gründungsmitglieder, verdiente Vorstandsmitglieder und Vorsitzende eine besondere Würdigung.
Die genannten Materialien finden in der vorliegenden Schrift Verwendung.
Zur Zeit der genannten Jubiläen waren noch Gründungsmitglieder bzw. Nachfahren der Gründungsmitglieder, besonders aus Pillnitz, im Verein. Mit Vergrößerung des geschichtlichen Abstandes geht die persönliche Erinnerung an die Umstände der Gründerzeit des Vereins bei den Mitgliedern durch Generationswechsel verloren, der zeit- und ortsgeschichtliche Aspekt tritt in den Vordergrund. Kleingärtnergeschichte in Pillnitz ist auch ein kleines Stückchen Zeitgeschichte über das Leben kleiner Leute am Elbhang.
Ich hoffe sehr, dass der heutige Vorstand das Jubiläum 2008/2009 zum Anlass nimmt, in geeigneter Form dem bisherigem Leben und Wirken seiner Mitglieder zu gedenken. In meiner Tätigkeit als Vorsitzender habe ich viele Belege in Form von Schriftstücken und Bildern über die Vereinstätigkeit aus früher und gegenwärtiger Vereinstätigkeit gesammelt. Unterstützt wurde ich dabei von meiner Gattin Käthe. Einige Mitglieder übergaben mir Dokumente und Fotos. Es war sehr aufwendig, die Fülle des Materials zu verarbeiten.
Die vorliegende Chronik umfasst zwei Teile:

  • Teil A: Geschichte des Kleingärtnervereins „Pillnitzer Gartenfreunde“ e.V.
    In dem von mir formulierten Text sind Auszüge von Schriftstücken und auch Bilder eingearbeitet.
  • Teil B: Anlagen zur Geschichte des Vereins.
    Hier sind Kopien von Schriftstücken und Bildersammlungen zusammengefasst. Diese Anlagen sollen den Text ergänzen, können aber für die weitere Arbeit des Vorstandes und einem größerem Kreis von Interessenten von Nutzen sein [ Dieser Teil ist nicht veröffentlicht! ].

Ich muss betonen, dass die Ausführungen meine sehr persönliche Sicht darstellen. Wenn diese von einer größeren Anzahl von Mitgliedern akzeptiert werden, kann die Schrift zu einer Vereinschronik werden.
Da ich sehr hoffe, dass der Kleingärtnerverein in Pillnitz weiter bestehen kann, erwarte ich, dass es auch Kleingärtner gibt, die weiter an der Chronik arbeiten und meinen Ausführungen weitere Kapitel hinfügen.
Die Kleingärtnerbewegung entstand aus der Not kleiner Leute während der Industrialisierung und wie in Pillnitz, zu Kriegszeiten. Die Mächtigen förderten sie, um die kleinen Leute zu besänftigen und ihnen zu ermöglichen, einen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst herzustellen, was auch niedrige Löhne erträglich machte.
Soll man hoffen, dass die gegenwärtige Arbeitslosigkeit, Hartz IV und andere soziale Grausamkeiten in der Gegenwart eine neue Rechtfertigung für die Existenz der Kleingärten liefern?
Sind für Mietwohnungsnutzer die Möglichkeiten zum tätigen Aufenthalt im Garten zur Stärkung der Gesundheit, eines innigen Verhältnisses zur Natur, ihrer Beteiligung am Erhalt des Stadtgrüns, ihrem zeitweiligen Urlaub vom Auto usw. nicht Grund genug, die Kleingärtner zu fördern?
Gegenwärtig stellt sich, zumindest im Osten Deutschlands, ein Zustand dar, in dem eine schrumpfende und überalterte Bevölkerung die freiwerdenden Kleingärten immer schwerer besetzen kann. Das trifft auch zunehmend für die Pillnitzer Anlage zu. Die Werbung neuer Mitglieder wird zur Existenzfrage für den Verein.
Folgende Fragen müssen immer besser gelöst werden:

  • Ist die Anlage und sind die Parzellen attraktiv, aber finanziell erträglich für neue Bewerber?
  • Wie können wir unsere freien Gärten den Interessenten aus der Stadt bekannt machen?
  • Wie können wir die Fachberatung besser an Mitglieder und Bewerber herantragen, weil in vielen Familien Fähigkeiten zur sinnvollen Gartennutzung nicht mehr vorhanden sind?

Mit dem Inhalt der Darlegungen soll noch eine weitere Aufgabe gelöst werden. Mit jedem Wechsel von Verantwortlichen drohen Informationen über die Einrichtungen in der Kleingartenanlage verloren zu gehen. Fragen wie:

  • Wo sind Leitungen verlegt, in welchen Zustand befinden sich diese?
  • Wie ist der Tiefbrunnen gestaltet, sind Wartungen erforderlich?
  • Wie sind die Gartenwege entstanden und in welchem zeitlichen Abstand sind welche Pflegemaßnahmen erforderlich?

Antworten und Hinweise können aus der Zeit der Konzipierung und dem Aufbau dieser Einrichtungen abgeleitet werden. Selbstverständlich lassen sich Informationen aus einer Vielzahl von gesammelten Akten herausfinden. Der Gedanke, mit dieser Schrift auch ein gewisses Nachschlagwerk zu schaffen, kann für Nachfolger nützlich sein.
Möge es mir gelingen, mein Vorhaben in guter Qualität zu beenden und zum Abschluss meiner Tätigkeit für den Verein und seine Mitglieder etwas Bleibendes zu hinterlassen.
Bei der Anfertigung der Arbeit wurde ich von den Gartenfreunden Helfricht, Heydenreich, Metschke, Mittag, Landgraf, Taubert, Vehlow und Weigel mit Material und Hinweisen unterstützt, wofür ich vielmals danke.


Das Copyright dieser Chronik liegt beim Kleingärtnerverein Pillnitzer Gartenfreunde e.V. –
Vervielfältigungen, einzelne Entnahmen von Textstellen bzw. Fotos bedürfen der Zustimmung !

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