Von den Arbeitslosengärten bis zur Vereinsbildung

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Die „Arbeitslosengärten“ wurden ab 1919 durch die Gemeinde Pillnitz auf einem Teil der Fläche der heutigen Kleingartenanlage am Schlosspark eingerichtet, was schriftliche Aussagen des ehemaligen Vorsitzenden Ernst Henker belegen (Anlage 8). Nach Aussagen des Gartenfreundes Albert Lippert könnte es in den Jahren um 1925 erfolgt sein. Beide Aussagen lassen vermuten, dass das Gelände über einen längeren Zeitraum erschlossen wurde. Vom Kammergut Pillnitz wurde von der Gemeinde Land angepachtet, in 50 Parzellen aufgeteilt und an notleidende Pillnitzer Bürger zur Nutzung übergeben. Laut Gartenordnung von 1932 erfolgte die Verwaltung durch die Gemeinde.
Damit wurde zum Zwecke der kleingärtnerischen Nutzung eine sensible Fläche besetzt, die auf einem Bild des Adrian Zingg (1734 bis 1816) „Blick über die Dulce in Pillnitz mit englischen Garten und der künstlichen Ruine“, von Kühen beweidet bzw. mit einem Kuhgespann gepflügt wird.

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Pillnitzer Gartenfreunde – bis 1938

Zu dieser Zeit war die Not von Teilen der Bevölkerung in Pillnitz im Ergebnis des 1. Weltkrieges 1914 bis 1918 groß. Es herrschte schon lange Hunger und Kriegselend. Der Anteil der Arbeitslosen wurde durch Auflösung des Dresdner Hofes und damit der Aufgabe der Pillnitzer Schlossanlage durch die Wettiner verstärkt. Hofangestellte, Geschäftsleute und Handwerker verloren ihre Arbeit bzw. Aufträge.
Zu dieser Zeit hatte die Kleingartenbewegung in Deutschland, besonders in Sachsen, in den Großstädten wie Leipzig und Dresden, schon eine breite Entwicklung erfahren. Die vorhandenen Kleingärten waren während des Krieges für die Nutzer sehr vorteilhaft.

Entsprechend der Notlage großer Teile der Bevölkerung nach dem Krieg, beschloss die Verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung am 31. Juli 1919 eine „Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung“. In Folge wurden im Reich und in den Ländern gesetzliche Maßnahmen beschlossen, um die Kleingartennutzung zu befördern.

Im Ergebnis der Gesetze entstanden in dieser Zeit in Dresden einige neue Kleingartenanlagen. In der Chronik des Dresdner Kleingartenwesens, die anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Stadtverbandes erarbeitet wurde, finden wir zu dieser Verordnung und deren Auswirkung auf Dresden folgende Bemerkungen:
„Sie bot den organisierten Kleingärtnern Rechtssicherheit im Umgang mit den Bodeneigentümern und Verwaltungsbehörden.“ sowie „In Dresden entstanden ab 1920 Arbeitslosengärten, u.a. Am Wiesenrand, Winterbergplatz und Am Tschierbach II“
Die Pillnitzer Flächennutzung, die ohne Vereinsbildung erfolgte, ist hier einzuordnen. Die kleingärtnerische Nutzung am Schlosspark war wohl auch nur für die Notzeit gedacht. Als Beleg dafür liegt eine Gartenordnung von 1932 vor (Anlage 1). Diese trägt die Bezeichnung Gartenordnung für das von der Gemeinde Pillnitz pachtweise abgegebene Schrebergartenland an der Laubegaster Straße in Pillnitz.
Merkmale der Kleingartennutzung waren:

  • Die Gemeinde als Pächter gibt das Land unterpachtweise und in einzelnen Parzellen an die Kleingärtner ab.
  • Die Verpachtung erfolgt immer für ein Jahr ohne schriftliche Pachtverträge.
  • Verwaltet wird die kleingärtnerische Flächennutzung durch einen Ausschuss der Gemeinde, der wiederum einen Gartenverwalter und 2 Vertrauensleute aus den Reihen der Gartenbesitzer wählt. Letztere hatten nur beratende Stimmen.
  • In der Regel werden Parzellen von 100 m2, höchstens bis 300 m2 abgegeben.
  • Abgrenzungen und Baulichkeiten bedürfen einer besonderen Genehmigung

Ein weiterer Beleg ist ein vorliegender Pachtvertrag zwischen der Kammergutverwaltung Pillnitz und der Gemeinde Pillnitz über die Laufzeit 1. April 1935 bis 31. März 1940 (Anlage 2). Dieses Schriftstück vermittelt Einblicke in damalige Pachtverhältnisse. Im Vertrag wird auf das bisher gepachtete Grundstück Bezug genommen, das mit einer Größe von 1.58.2 ha ausgewiesen ist. Die Schreibweise über die Flächengröße ist ungewohnt und unter Umständen mit 1 ha, 58 a, 2 m2 zu erklären, für heute übersetzt 15802 m2 oder 1,5802 ha.
Der Verpächter räumte sich das Recht ein, bei halbjähriger Kündigungsfrist, den Vertrag zum 1. April oder 1. Oktober zu kündigen. Der Pachtpreis wurde mit 152 RM je Jahr festgelegt, was einer Pacht von 0,96 Pfennig je m2 entsprach. Der Pachtzweck bezieht sich auf die Nutzung als Schrebergartenland, es war verboten, Bodenbestandteile abzufahren und die Kleingärtner hatten keinen Anspruch auf Jagdpachtgeld.
Aus dieser Zeit gibt es wenig überlieferte Erinnerungen von Kleingärtnern. Der Gartenfreund Albert Lippert erinnerte sich im Jahre 1988:

„Ich war noch ein Kind, als die ersten Spatenstiche zur Urbarmachung des Landes unterhalb der Post erfolgten. Es muss so um 1925 gewesen sein. Die damaligen Familien waren größtenteils Arbeitslose.
Eine feste Umzäunung war noch nicht vorhanden. Wir mussten das Wasser in Blechkannen oder ähnlichen Gefäßen mit dem Handwagen von der Elbe holen. Für uns Kinder war das eine nicht immer erfreuliche Sache, wir wären lieber baden gegangen, was man damals in der Elbe noch konnte. Angebaut wurden Kartoffeln, Salat, Möhren, Erdbeeren. Bäume gab es erst später. Unsere Väter mussten nachts oft eine Art Flurschutz durchführen.“

Welche Bedeutung die langjährige Nutzung eines Kleingartens erlangt, kann aus der Stellungnahme unseres Mitgliedes Inge Weigel entnommen werden:

„Mit viel Interesse habe ich alle Seiten der Rohfassung der Chronik unseres Kleingärtnervereines „Pillnitzer Gartenfreunde“ e.V. gelesen, welche der Gartenfreund Horst Henke mit großem Zeitaufwand und ganz, ganz gewissenhaft nachvollzogen hat. Ein großes Dankeschön von uns, die es jetzt 2006 lesen und auch für die Nachfolger interessant.
Im Jahr 1919, konnte ich lesen, gab es in Pillnitz die erste kleingärtnerische Nutzung. Ich schätze 1935/36 konnte mein Vater, Ernst Fritsche, ein 100 m2 großes Stück Pachtland erwerben. Es war schön, eigenes Gemüse und Beeren zu ernten. In Erinnerung ist mir, dass hinter je einem schwarzen und roten Johannisbeerstrauch versteckt, eine mit Dachpappe überzogene Kiste stand, in welcher die Gartengeräte untergebracht waren. Wasser wurde, wie schon Gartenfreund Lippert aussagt, in der Elbe geschöpft und mit einem Handwagen in einem Fass und in Gießkannen transportiert. Der Weg war ein richtiger Ackerweg und es wurde viel Wasser verschwappt. 1938 kam es zur Vereinsbildung. Alle, die sich dafür einbrachten, Bürgermeister Nestmann, Kammergutsinspektor Maas, Vereinsleiter Bittkow und Henker, sowie der Vorstand Kirsten, sind mir persönlich noch gut bekannt. Sie haben sich in dieser Zeit sehr menschlich verhalten.
Es wurde von der Gartenbauschule für die neue Gartenanlage ein Plan entworfen. Mein Vater erhielt die Parzelle 40, welche wir noch heute bewirtschaften. Allerdings mit mehr Erleichterungen, als zu den Zeiten zum Anfang des Vereins. Fließendes Wasser, elektrische Anschlüsse für die vereinseigenen und die privaten Gartengeräte sind vorhanden. Es ist schön, in dieser Gartengemeinschaft eingebunden zu sein.“

Einmal eingerichtet, bestand diese Form der kleingärtnerischen Flächennutzung unter Bezeichnung „Schreberland“ jedoch bis zum Jahr 1940.
In den dreißiger Jahren entstand in der Gemeinde Pillnitz eine Diskussion über die weitere Verwendung der Flächen an der damaligen Laubegaster Straße, damit an der Nordostseite des Pillnitzer Schlossparks. Die Gemeinde beabsichtigte, auf dem noch gebäudefreien Teil der heutigen Orangeriestraße, Bebauung zuzulassen. Der Bebauungsplan sah die Parzellierung der Flächen vor. Vorerst sollte ein Wohnhaus und ein Postgebäude errichtet werden.
Die Gemeindeverwaltung Pillnitz, unter Bürgermeister Nestmann, beabsichtigte in diesem Zusammenhang, auch die Probleme des Schreberlandes im Sinne der Vereinsbildung und dem Aufbau einer Daueranlage zu lösen, was auch den Bestrebungen der damaligen Naziherrschaft entsprach.
Die Kleingartenbewegung war zu dieser Zeit unter den Einfluss der Naziideologie und des Nazistaates gekommen und wurde für deren Ziele und Zwecke nutzbar gemacht. Das demokratische Prinzip der Kleingartenbewegung wurde aufgehoben und die Vereine wurden dem Staat unterstellt. Die Kleingärtner wurden zwangsweise in Vereinen organisiert. Wichtige Prinzipien der Beeinflussung waren:

  • Die Bodennutzung sollte die Verbindung des deutschen Menschen mit der Scholle herbeiführen und in einer Einheit von Blut und Boden münden.
  • Die Erzeugung von Produkten auf den Kleingartenflächen wurde als Beitrag zur Erzeugungsschlacht im Rahmen der Kriegsvorbereitung gewertet,
  • In den Verbänden und Vereinen wurde das Führerprinzip eingeführt. Vorstände wurden ernannt. Alle Kleingärtner wurden in Vereinen organisiert.
  • Rassistische und antisozialistische Verfolgungen waren an der Tagesordnung.

In der Satzung des Kleingärtnervereins Pillnitz von 1942 spiegeln sich diese Merkmale wider (Anlagen 4 und 11):

„Der Verein hat die Aufgaben:“
„Die Kleingärtnerfamilien zu lehren, das Land ordnungsgemäß zu nutzen, damit auch sie die Nahrungsfreiheit des Volkes erkämpfen helfen“
„in den Kreisen der Kleingärtner deutsches Volkstum und Brauchtum zu hegen“
„Der Vereinsleiter und sein Stellvertreter werden vom Leiter der Oberorganisation berufen und abberufen. Zur Berufung ist die vorherige schriftliche Zustimmung des zuständigen Hoheitsträgers der NSDAP erforderlich.“
„Die Mitgliederversammlung hat das Recht, den Vereinsleiter zu beraten“.

Die Pillnitzer Kleingärtner unterzogen sich der Zwangsorganisierung bei der Gründung des Kleingärtnervereins am 25. März 1938, vor allem als Abwehr der Bestrebungen, sie von ihren Flächen zu vertreiben und um staatliche Fördermaßnahmen zu erlangen, die ihnen den Aufbau einer Dauerkleingartenanlage ermöglichen sollte.

Die Gründung des Kleingärtnervereins Pillnitz

Zitate aus dem Protokoll der Gründungsversammlung (Anlage 3):

Kleingärtnerversammlung
am Freitag, den 25.März 1938, 19.30 im „Goldenen Löwen Pillnitz“
Anwesend: Bürgermeister Nestmann, Pillnitz, als Einberufer,
60 Kleingärtner, lt. vorgehefteter Anwesenheitsliste
Max Golde, Dresden, Führer der Stadtgruppe Dresden
Heinz Kraetsch, Dresden, Geschäftsführer der Stadtgruppe Dresden der Kleingärtner

Herr Bürgermeister Nestmann eröffnet 19.40 Uhr die Versammlung, indem er seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck gibt. Hierbei weist er auf die Notwendigkeit der Zusammenkunft hin, weil wichtige Vorgänge mit den Kleingärtnern zu besprechen sind. Nach einer Anordnung des Reichsstatthalters in Sachsen sind sämtliche Kleingärtner, soweit sie noch nicht organisiert sind, dem Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler zuzuführen.
Zu diesem Zwecke mache sich in Pillnitz die Gründung eines Kleingärtnervereins notwendig. Herr Bürgermeister Nestmann berichtet weiter, dass auf dem jetzigen Kleingartenland in Kürze die Bebauung einsetzen wird und dass deshalb die Umsiedlung einer größeren Anzahl von Kleingärtnern eintreten muss. Es ist dabei auch an die Schaffung einer Daueranlage gedacht (Vertreter des Stadtbundes begründen dann die Notwendigkeit einer Vereinsgründung und zeigen Vorteile auf).
Herr Geschäftsführer Kraetsch schlägt nunmehr die Gründung eines Kleingärtnervereins in Pillnitz vor, der den Namen „Kleingärtnerverein Pillnitz“ e.V. erhalten soll. Die vorgenommene Abstimmung ergibt, dass gegen die Gründung eines Vereins Einwendungen nicht erhoben werden. Damit ist die Gründung des „Kleingärtnervereins Pillnitz“ e. V. beschlossen.
(Die Satzung wurde dann einstimmig beschlossen.).
Hierauf beruft Herr Stadtgruppenführer Golde den bisherigen Gartenverwalter Kurt Bittkow sen. als Vereinsführer gem. § 5 der Satzung
"Die Versammlung wird um 21.05 Uhr geschlossen."

Die rechtliche Anerkennung des neu gegründeten Vereins erfolgte wenige Tage später (D 4.5)
Die Hoffnung, bald nach der Vereinsbildung mit der Vorbereitung der Daueranlage zu beginnen, erfüllte sich nicht. Die Verwaltung des Staatlichen Grundstücksamtes war vorerst nicht bereit, dem Aufbau der Daueranlage zuzustimmen, weil sie Störungen der Sichten am Schlosspark befürchtete.
Um den weiteren Erhalt der Gartenflächen zu begründen, schrieb der damalige Vereinsführer Ernst Henker am 07.05.39 an die Kreisgruppe der Kleingärtner e.V.. Da dieses Schreiben eine ausgezeichnete Lageschilderung darstellt und den Zeitgeist widerspiegelt, wird es mit geringen Kürzungen wiedergegeben:

„Betreff: Daueranlage für den Kleingärtnerverein Pillnitz.

Die mir unter dem 04.05.39 abschriftlich mitgeteilte Entscheidung des Staatlichen Grundstücksamtes hat mich außerordentlich enttäuscht.
Wenn ich nachstehend meine Stellungnahme etwas ausführlich darlege, so hoffe ich damit eine für die Pillnitzer Kleingärtner günstige Wendung zu erreichen und bitte Sie, mich bei den maßgebenden Stellen zu unterstützen.
Seit nunmehr über 20 Jahren hat die Schreberbewegung in Pillnitz Fuß gefasst. 1919 wurden auf dem jetzigen Gelände erstmalig im bescheidenen Umfang Kleingärten angelegt. Das Gelände gehört dem Kammergut Pillnitz und wurde zu billigen Preisen gepachtet. Bald war der verfügbare Boden voll besetzt. Die Kleingärtner leben zum größten Teil in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen (Altersrentner, Witwen, Arbeiter, kleine Beamte usw.). Auf diesem Lande erbauen sie einen großen Teil ihrer Lebensmittel selbst. Wenn man beobachtet, mit welcher Liebe und Sorgfalt diese Stückchen Erde von ihnen schon seit vielen Jahren bestellt und gepflegt werden, dann kann man vielleicht die Enttäuschung und Verbitterung verstehen, die sie empfinden werden, wenn ihnen diese Freude und die Erträgnisse genommen werden sollen.
Um diese Kleingärtnerbewegung in Pillnitz in geordnete Bahnen zu lenken und im Sinne des Vierjahresplanes weiter auszubauen, wurde am 25.03.38 vom Bürgermeister von Pillnitz eine Kleingärtner-Versammlung einberufen und unter Anwesenheit des Führers der Stadtgruppe Dresden der Kleingärtnerverein Pillnitz gegründet. Das Ziel war natürlich eine Daueranlage, die ein Bebauen auf lange Sicht ermöglicht (Obstbäume, Brunnenanlage, Lauben usw.).
Erfreulicherweise interessierte sich auch die Staatliche Gartenbauschule Pillnitz für die Bewegung und entwarf einen Plan für eine Daueranlage, der dem Ministerium vorliegt.
Der vom Staatlichen Gründstücksamt vorgebrachte Grund zur Ablehnung der geplanten Daueranlage ist mir unverständlich, denn die Fläche an der Maillebahn bleibt – wie bisher – Grünfläche und wird von der Daueranlage nicht berührt“
„Der andere Grund, die wenig schönen Behelfsbauten zu beseitigen, ist verständlich und erwünscht. Er würde aber bei der Errichtung der Daueranlage wegfallen“.
„Das Bild von der Laubegaster Str. nach der Maillebahn und dem Schlossgarten wird m. E. durch die im Vordergrund liegenden Kleingärten nur gewinnen.“
„Diese nur das äußerliche Bild betreffenden Ablehnungsgründe sind m .E. ganz unwesentlich gegenüber der volkswirtschaftlichen Wichtigkeit der ganzen Kleingartenbestrebungen, die immer und immer wieder von den höchsten Regierungsstellen betont wird. In ernährungspolitischer Hinsicht sind die Kleingärten von größter Wichtigkeit. Intensiver als hier kann unsere Bodenfläche nicht bearbeitet werden. Jedes Fleckchen Erde wird im Sinne der Erzeugungsschlacht bestmöglichst ausgenützt. Und das soll wieder Wiese werden? Ich verstehe diese Auffassung nicht.
„Im Widerspruch zu der Begründung des Staatlichen Grundstücksamtes steht auch die beabsichtigte Bebauung des Geländes. Dadurch wird der Blick zur Maillebahn und zum Schloßgarten verdeckt.“
„Anderes Land steht in Pillnitz nicht zur Verfügung. Die Verhältnisse sind hier insofern eigenartig, als alles Land dem Schlossgarten, der Gartenbauschule, dem Kammergut oder dem Forst gehört. Die Wohnhäuser, außer einigen Villen, haben durchweg fast keinen Garten. Den Einwohnern stehen nur die Kleingärten für ihre gärtnerische Betätigung zur Verfügung.
Es ist beabsichtigt, die Pillnitzer Daueranlage unter Mithilfe der Staatlichen Gartenbauschule zu einer Musteranlage zu gestalten, die bestimmt zur Verschönerung des Orts beitragen wird.
Ich bitte nochmals, bei allen maßgebenden und einflussreichen Stellen vorstellig zu werden. und eine Daueranlage für meinen Verein baldmöglichst zu erwirken.
– Unterschrift des Vereinsführers -“

Der im Protokoll der Gründungsversammlung als Vereinsführer bestimmte Kurt Bittkow legte nach etwa einem Jahr sein Amt nieder. In Schriftstücken wird in Nachfolge Vereinsführer Gartenfreund Ernst Henker, beruflich Zollinspektor, genannt (Anlage 6). Dieser Mann hat bis 1945 eine umfangreiche Arbeit bei der Vereinsgründung, der Vorbereitung und dem Aufbau der Daueranlage, geleistet. Da er ein guter Protokollant und fleißiger Briefschreiber war und viele Unterlagen uns erhalten blieben, lassen sich heute die Mühen des Aufbaues und die Wirren der damaligen Zeit gut nachvollziehen.


(Das Copyright dieser Chronik liegt beim Kleingärtnerverein Pillnitzer Gartenfreunde e.V. –
Vervielfältigungen, einzelne Entnahmen von Textstellen bzw. Fotos bedürfen der Zustimmung !)

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