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Kleingärtnersparte Pillnitz (1953 bis 1990) - Periode Arno Kirst

Ab Januar 1953 vollzog sich im Raum Dresden die Umwandlung der „Kleingartenhilfe des FDGB“ in den „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter.“ Einen ersten Beleg finden wir in einer Einladung von Frau Dr. Noll am 10.1.1953 an die Vorstände der bisherigen Kleingartenhilfe. Es geht vor allem um die Vorbereitung der Jahreshauptversammlung. Der Hinweis auf die „ehemaligen“ Ortsgruppen bezieht sich auf den Umwandlungsprozess. In den Ortsgruppen der Kleingartenhilfe waren die Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter in Untergruppen zusammengefasst. Das Neue war, dass die Ortsgruppen aufgelöst wurden und im Kreismaßstab eine Zusammenfassung nach Sparten erfolgte(Anlage 21).
So erlangte der ehemalige „Kleingärtnerverein Pillnitz“ als „Kleingärtnersparte Pillnitz“ eine vereinsähnliche Selbständigkeit.

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5.1 Die Amtsperiode von Arno Kirst als Vorsitzender der Sparte

Ob Arno Kirst schon während der Existenz der Untergruppe Kleingartenanlage Pillnitz innerhalb der Ortgruppe der Kleingartenhilfe aktiv war, ist nicht belegt. Mit der Bildung der Sparte begann die Amtsperiode von Arno Kirst als Vorsitzender in der Sparte. Arno Kirst war während der Gründungszeit des Vereins Angestellter in der Gemeindeverwaltung Pillnitz, Gründungsmitglied und ab 1939 Stellvertreter des Vereinsführers. Mir ist er noch als agiler älterer Herr, der mit Hut und duftender Zigarre durch die Anlage ging, in Erinnerung. Sein Stellvertreter war damals Gartenfreund Pop, der nach dem Ableben von Arno Kirst, etwa 1966, eine kurze Zeit Vorsitzender war. Bis zur Übernahme der Funktion des Vorsitzenden durch Gerhard Vehlow im Jahre 1968 bestand eine gewisse „führerlose“ Phase, wobei die bewährten Vorstandsmitglieder, Kurt Preusler, Max Hirschnitz, Kurt Weller, Albert Lippert u. a., wichtige Aufgaben innerhalb der Sparte sicherten.

Eine bedeutende Leistung unter Arno Kirst war der Bau der Wasserleitung 1958/59 unter schwierigen materiellen und finanziellen Bedingungen. Für jeweils 4 zusammenliegende Kleingärten wurde ein Wasseranschluss gelegt. Mit Hilfe einer Schlauchverbindung konnten die vier Zementbehälter der anliegenden Gärten nacheinander gefüllt werden. Der Bau der Wasserleitung und der damit verbundene Anschluss an die städtische Wasserversorgung wurde mit Hilfe einer rückzahlbaren Umlage finanziert (Anlage 33).

Mit dieser Maßnahme kam es zu einer wesentlichen Erleichterung bei der Gartenbewirtschaftung. Bis dahin musste das Gieswasser mit Schwengelpunpen per Hand gefördert und in Kannen bzw. Fässern zum Gartengrundstück getragen bzw. gefahren werden. Es waren in der Anlage nur wenige Pumpen vorhanden. Im Bereich der Parzelle 32 konnte eine derartige Pumpe erhalten werden. Da sie von Anfang an nicht funktionierte, wurde sie wie die andern nicht verschlissen und wird heute als technisches Denkmal gepflegt. Seit Jahren nutzt ein Meisenpaar die Pumpe als Nisthöhle.

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(Horst Henke bei Anstricharbeiten)

Ab Ende der fünfziger Jahre traten wesentliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Mitgliedschaft im Zusammenhang mit dem Ausbau der Fachschule für Landwirtschaft und Gartenbau und dem Institut für Gartenbau ein. Etliche Kleingärtner gaben Mitte bis Ende der fünfziger Jahre aus verschiedenen Gründen die Gärten auf. Mit Beginn des Aufbaues von Betrieben und Wohnungen in Dresden, zogen Leute aus dem in der Nachkriegszeit überbelegten Pillnitz wieder weg.
Der Ort Pillnitz, im Jahre 1953 in die Stadt Dresden eingemeindet, knüpfte an die traditionelle Entwicklung als Forschungs- und Fachschulstandort an. Es entstanden in den Einrichtungen neue Arbeitsplätze und es wurden für die Einrichtungen in Pillnitz und Hosterwitz Wohnungen gebaut.

Vor allem Lehrer der Fachschule für Landwirtschaft und Gartenbau bewarben sich um die freigewordenen Gärten. Familien der Fachlehrer wie Wolfgang Bach, Rudolf Bercht, Fritz Bunge, Horst Henke, Dieter Möschner, Helmuth Räuber und später Eberhard Helfricht, Bernd Taubert, Helmut Metschke, Hugo Kynzl, Siegfried Malz, Karl Leuschner, Hans Metzner, kamen in die Sparte. Sie hatten meist eine Tätigkeit in Landwirtschaft und Gartenbau hinter sich und sahen in der Kleingartenbewirtschaftung eine Verbindung zur früheren Tätigkeit und zur Natur. Für sie bedeutete Arbeit in den Kleingärten mehr als nur der zu dieser Zeit so wichtiger Anbau von Obst und Gemüse. Das traf wohl auch für Mitglieder zu, die im Pillnitzer Institut für Gartenbau beschäftigt waren, wie Gerhard Müller und andere.

Eine weitere Gruppe von Bürgern in Pillnitz hatte Wohnraum im Pillnitzer Schloss bezogen. Dazu gehörte das Gründungsmitglied und langjähriger Kassierer Gartenfreund Kurt Weller, der bis zu seinem Ruhestand als Sparkassenangestellter tätig war. Die im Schloss wohnenden Familien der Wissenschafter in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Dr. Neidhardt und Dr. Arnold. waren auch in der Sparte Kleingärtner.
Die Schätzkommission war immer aktiv, um die zahlreichen Gartenwechsel zu meistern. Über solche vorliegenden Schätzungsprotokolle lassen sich Veränderungen unter der Mitgliedschaft nachweisen (Anlage 32). Der spätere langjährige Vorsitzende Horst Henke übernahm 1959 die Parzelle 32. 

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Im gleichen Jahr verließ das verdiente Mitglied Ernst Henker wegen fortgeschrittenem Alter den Verein. Der Pillnitzer Kleingärtnerverein und die Pillnitzer Dauerkleingartenanlage waren wohl sein Lebenswerk.

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